Generalversammlung 2019 bei Krone

Volksbank Süd-Emsland steigert Bilanz

Die Volksbank Süd-Emsland mit ihren 171 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 13 Filialen hat sich trotz vor allem durch den Niedrigzins geprägter schwieriger Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2018 gut behauptet.

Quelle: Lingener Tagespost vom 23.05.2019

Verfasser: Thomas Pertz

v.l.: Norbert Focks, Reimund Kempkes, Hans-Joachim Pohl, Prof. Dr. Norbert Lammert, Bernhard Hallermann und Dr. Bernard Krone

Die ohne Gegenstimme erfolgte Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates in der Generalversammlung am Dienstagabend war Ausdruck des Vertrauensbeweises der Mitglieder in das Finanzhandeln der Führungsspitze.  


632 Mitglieder waren in die große Halle von "Drive & Train" der Maschinenfabrik Krone gekommen, um zu hören, wie sich "ihre" Genossenschaftsbank im vergangenen Geschäftsjahr geschlagen hat. Dazu gab zunächst Norbert Focks, der als Vorstand zum 1. Januar 2019 die Nachfolge von Heinz Feismann angetreten hatte, einen Überblick.

Das Jahr 2018 sei geprägt gewesen von nach unten korrigierten Wachstumserwartungen und einen anders als in den USA sich an der Nulllinie bewegenden Leitzins. Verlierer der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank sei die Finanzwirtschaft. Aber auch private Haushalte und deren Geldanlagen seien durch die schleichende Geldentwertung betroffen.

Trotz des anhaltenden Niedrigzinses und rückläufiger Ertragssituation ist es der Volksbank Süd-Emsland auch 2018 gelungen, die Eigenkapitalquote weiter aufzustocken. Der Vorstand sprach deshalb allen Beschäftigten seinen Dank für die geleistete Arbeit aus. In diesen Dank bezog er auch die Arbeit des Aufsichtsrates um ihren Vorsitzenden Hans-Joachim Pohl mit ein. 

Bilanzsumme bei 807 Millionen Euro

Das Vertrauen, dass die 15611 Mitglieder und 36824 Kunden in die Volksbank Süd-Emsland setzen, konnte Vorstand Reimund Kempkes anhand von Zahlen belegen. Die Barreserven stiegen 2018 im Vergleich zum Vorjahr von 84 auf 88 Millionen Euro an, die Kundenkredite um 26 auf 663 Millionen, das Wertpapiergeschäft verdoppelte sich auf 32 Millionen Euro. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 751 auf 807 Millionen Euro. Auch die Kundeneinlagen, "also die Gelder, die Sie uns anvertraut haben", so Kempkes, wuchsen um 44 auf 605 Millionen Euro.

Negativzinsen
Die damit verbundene Überliquidität in Höhe von rund 40 Millionen Euro führt den Worten von Kempkes zufolge allerdings dazu, dass die Bank 0,4 Prozent Negativzinsen zahlen muss und mit über 160000 Euro belastet wird. "Eine total verrückte Situation", analysierte Kempkes. Gleichwohl sei es der Volksbank Süd-Emsland gelungen, einen Jahresüberschuss von 4,7 Millionen Euro (2017: 4,8) zu erwirtschaften.

Die Mitglieder stimmten der Empfehlung des Aufsichtsrates zu, dass davon 3,5 Millionen Euro der Rücklage zugeführt werden und auf den Bilanzgewinn von 1,3 Millionen Euro eine Dividende von sechs Prozent an die Mitglieder ausgeschüttet wird. "Die Strategie der Bank ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet", betonte Aufsichtsratsvorsitzender Pohl. 

"Es war ein schwieriges Jahr, aber mit einem guten Ergebnis", meinte Jonas Roosmann. Dies habe mit den handelnden Personen zu tun, sagte der Speller CDU-Kreistagsabgeordnete und beantragte die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Die erfolgte dann auch. Ebenfalls mit nahezu 100-prozentiger Zustimmung erfolgten die Wahlen zum Aufsichtsrat.

Aus ihren Ämtern mit Blumensträußen verabschiedet wurden die ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieder Mechthild Nöthe, Ludger Sunderdieck und Richard Luislampe. Wiedergewählt wurden Christian Arns und Martin Lüns.  Neugewählt wurden Anke Lindemann, Apothekerin in Spelle, und Katrin Lohle, Geschäftsführerin von Lohle Zerspanungstechnik in Salzbergen.

Lammert in Spelle: Europa nicht versemmeln

Früherer Bundestagspräsident zu Gast bei der Volksbank Süd-Emsland

Quelle: Lingener Tagespost vom 23.05.2019

Verfasser: Thomas Pertz

Mit Nachdruck hat der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert in Spelle für die Europäische Union und die Teilnahme an der Europawahl am kommenden Sonntag geworben.

Der 70-jährige CDU-Politiker, der dem Bundestag 37 Jahre lang als Parlamentarier angehörte, von 2005 bis 2017 Präsident des Abgeordnetenhauses war und seit 2018 Vorsitzender der Konrad Adenauer-Stiftung ist, war auf Einladung der Volksbank Süd-Emsland nach Spelle gekommen. Im Anschluss an die Generalversammlung im "Drive & Train" der Maschinenfabrik Krone sprach Lammert zum Thema " Deutschland und Europa – Herausforderungen in einer globalen Welt".

Historisch sei Europa nie in einer besseren Verfassung gewesen, politisch sei die Europäische Gemeinschaft aber in einer miserablen, sagte der Christdemokrat. Den scheinbaren Gegensatz dieser Aussage löste Lammert auf: Erst nach zwei Weltkriegen mit Millionen Opfern hatte in Europa die Einsicht durchgesetzt, sich staatlich in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu organisieren und über die Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten –  die früheren "Erbfeinde" Deutschland und Frankreich vorneweg. Deshalb sei es umso deprimierender, dass sich nun nationalstaatliches Denken in Europa immer mehr breitmache.

Lammerts Credo: In einer globalisierten Welt behalten die Staaten in Europa nur durch das Teilen von Souveränität ihre Gestaltungsfähigkeit. "Wir haben als Europäer ein hinreichendes Gewicht – oder gar keines", so der gebürtige Bochumer.  Er erinnerte daran, dass jeder einzelne dabei in der Verantwortung stehe. "Wenn wir dieses Europa versemmeln, haben wir den Anspruch auf den Titel, die kopfloseste und mutloseste Generation auf diesem Kontinent zu sein" endete Lammert unter großem Applaus der Zuhörer.