Generalversammlung 2018 bei Krone

Volksbank Süd-Emsland mit dem Geschäftsjahr 2017 zufrieden

"Was dem einen nicht möglich ist, das vermögen viele." Dieser Leitsatz des Genossenschaftsbegründers Friedrich-Wilhelm Raiffeisen (1818 - 1888) hat nach wie vor Gültigkeit. Das wurde im Bericht über ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 in der Generalversammlung der Volksbank Süd-Emsland in Spelle deutlich.

Quelle: Lingener Tagespost vom 26.05.2018

Verfasser: Heinz Krüssel

v.l.: Reimund Kempkes, Bernhard Hallermann, Prof. Julian Nida-Rümelin, Heinz Feismann, Hans-Joachim Pohl

"Die genossenschaftliche Finanzgruppe ist voll in der Zeit", betonte Vorstand Heinz Feismann. Das gelte auch für das südliche Emsland, denn immerhin schenkten 15.835 Mitglieder der Volksbank Süd-Emsland ihr Vertrauen. Im Geschäftsjahr 2017 konnten 423 Kunden als neue Mitglieder gewonnen werden. "Wir fühlen uns den Mitgliedern und den Menschen in der Region verbunden", betonte Freismann und wies beispielhaft auf die Förderung des Ehrenamtes in Vereinen, Verbänden und Organisationen im Geschäftsgebiet hin. Im Geschäftsjahr 2017 seien 60 Anträge auf finanzielle Unterstützung positiv beschieden worden.

Kritik an Zinspolitik

Auf die aktuelle wirtschaftliche Situation der weltweiten Märkte und die Auswirkungen der Finanzmärkte wies Heinz Feismann hin. Kritisch beleuchtete er die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und insbesondere den Strafzins in Höhe von 0,40 % auf Einlagen von Banken. "Verlierer sind in erster Linie Sparer und Altersversorger sowie Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften." "Trotz der weltweit schwierigen Rahmenbedingungen haben wir ein noch gutes Ergebnis erzielt", zog Feismann ein positives Fazit für das Geschäftsjahr 2017.

Die Generalversammlung dankte Vorstand und Aufsichtsrat in den einzelnen Abstimmungen für deren geleistete Arbeit. Als Mitglieder im Aufsichtsrat wiedergewählt wurden Johannes Laake (Thuine), Tobias Schnier (Beesten) und Gerhard Wübbe (Lengerich).

Gute Geschäftsentwicklung

Das umfangreiche Zahlenwerk stellte Vorstand Bernhard Hallermann vor. Die Bilanzsumme bezifferte er mit 760 Mio. €. Das sei im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 40 Mio. €. Das Kreditgeschäft konnte auf 637 Mio. € gesteigert werden (Vorjahr 610 Mio. €). Auch die Entwicklung der Kundeneinlagen ist von 531 auf 561 Mio. € positiv. An die Mitglieder könne eine Diidende in Höhe von 6 % ausgeschüttet werden.

Zusammenfassend stellte Hallermann fest, dass die Gechäftsentwicklung gut gewesen sei. Die Ertragslage sei leicht rückläufig, sei aber dennoch als gut zu bezeichnen. Der Dank des Vorstandes galt allen Mitarbeitern, den Mitgliedern und Kunden sowie dem Aufsichtsrat: "Alle gemeinsam sind sie an der erfreulichen Entwicklung beteiligt."

Über das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung informierte Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Joachim Pohl die Mitglieder. Einstimmig hat die Generalversammlung der Feststellung des Jahresabschlusses für das Jahr 2017 und über die Verwendung des Jahresüberschusses 2017 zugestimmt.
Die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates erfolgte bei einer Gegenstimme.

Nida-Rümelin warnt vor "Akademisierungswahn"

Quelle: Lingener Tagespost vom 26.05.2018

Verfasser: Heinz Krüssel

Die berufliche Bildung muss in Deutschland so gefördert werden wie die akademische Bildung. Das hat Professor Julian Nida-Rümelin in seinem Vortrag im Rahmen der Generalsversammlung der Volksbank Süd-Emsland in Spelle gefordert.

Der renommierte Philosoph und Staatsminister a.D., der seit 2004 an der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrt, zeigte sich beeindruckt vom Geschäftsbericht der Volksbank. Er sei überzeugter Anhänger des Unternehmenstyps der Geenossenschaft.

In seinem Vortrag setzte sich der Festredner mit dem Thema "Der Akademisierungswahn" auseinander. Dabei warnte er vor einer zunehmenden Akademikerausbildung in Deutschland. In mehreren Ländern Europas sei die Quote noch deutlich höher. In dem Zusammenhang wies Nida-Rümelin auf Untersuchungen hin, die besagen, dass Länder mit niedriger Akademisierungsquote eine vergleichsweise niedrigere Jugendarbeitslosigkeit haben.

"Unsere berufliche Bildung im dualen System (Betrieb und Berufsschule) findet weltweit große Anerkennung und Nachahmer", betonte der Hochschullehrer. Es handele sich um ein Kleinod, das gefährdet werde, wenn nur noch eine Minderheit in die berufliche Bildung einsteige. In dem Zusammenhang erklärte Nida-Rümelin, dass die Robustheit des verarbeitenden Gewerbes die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg sei - auch in schlechten Zeiten: "Kleine und mittelständische Unternehmen haben eine Spitzenstellung; exzellente Facharbeiter sind die Stützen und unabdingbar."

Prognosen besagten, dass es bis zum Jahr 2030 eine dramatische Schrumpfung bei den beruflich Qualifizierten gebe, aber nicht bei den Akademikern. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze werde weiter stark ansteigen, ebenso die Zahl der Studienanfänger. Hier sei allerdings eine Stagnation festzustellen. Ein Grund sehe er darin, dass viele Akademiker keinen Arbeitsplatz finden. Als Beispiel führte Nida-Rümelin die Juristen an: etwa ein Drittel der Juraabsolventen bekomme keine Stelle. Ausdrücklich warb der Redner für eine fairere Entlohnung im öffentlichen Dienst. Das gelte beispielhaft für Erzieherinnen sowie für Kranken- und Altenpfleger. Sie uns auch viele andere Würden wichtige Aufgaben in der Gesellschaft übernemen, die eine ordentliche Bezahlung verdienten.