Kommen Einbrecher wirklich nur nachts?

Wie schütze ich mein Zuhause?

Zu diesem Thema hatte die Volksbank Süd-Emsland eG am 27.01.2018 exklusiv ihre Mitglieder im Rahmen ihrer jährlich stattfindenden Mitgliederveranstaltungen in den Wöhlehof nach Spelle eingeladen. Weitere Veranstaltungen finden noch im Landgasthof Evering, Emsbüren (30.01.2018) und in der Alten Molkerei, Freren (10.02.2018) statt. Insgesamt haben sich bereits über 300 Teilnehmer zu den drei Veranstaltungen angemeldet, wovon mehr als 100 in Spelle zugegen waren.
Heinz Feismann, Vorstandsmitglied der Volksbank Süd-Emsland, begrüßte in Herrn Dieter Rothlübbers, Polizeioberkommissar vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Emsland/ Grafschaft Bentheim, einen ausgewiesenen Experten zum Thema Einbruchsicherheit.

Dieter Rothlübbers, Polizeioberkommissar vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Emsland/ Grafschaft Bentheim

„Jeden Tag geschehen in Niedersachsen 45 Wohnungseinbrüche“, so Rothlübbers zu Beginn seines Vortrags. Jedoch seien die städtischen Regionen stärker betroffen als die ländlichen Bereiche. Dies lasse sich durch die soziale Komponente guter Nachbarschaften erklären, die insbesondere auch in unserer Region Einbrecher häufiger abschrecken. Ein Irrglaube sei aber, dass die meisten Einbrüche nachts stattfinden.
75 % aller Wohnungseinbrüche geschehen in der Zeit von 8 bis 20 Uhr – und das in 90 % der Fälle mit einfachsten Werkzeugen, die fast jeder auch bei sich zuhause habe. Anleitungen zum Aufbohren von Fenstern und Türen gebe es im Internet, so dass es am Wissen nicht fehlt.

Eindrucksvoll unterlegte Rothlübbers mit einem kurzen Film, wie schnell einfach gesicherte Fenster aufgebrochen werden können. „Fenster sind der Einbruchsbereich Nr. 1“, so
Rothlübbers, „dicht gefolgt von Türen im rückwärtigen Bereich, wobei Terrassentüren in der Regel auch den Fenstern zuzuordnen sind.“ Eindringlich wies Rothlübbers auf die Wichtigkeit hin, Fenster und Türen entsprechend zu sichern, um zum einen Barrieren zu schaffen aber auch Einbrechern damit Zeit abzuverlangen. Anhand von konkreten Beispielen folgten Empfehlungen, welche Sicherungsmaßnahmen wirklich greifen, was mit einer weitern Filmsequenz untermauert wurde. „Mechanik, Mechanik, Mechanik“, so Rothlübbers, sei die wichtigste Einbruchprävention. Hierbei solle man aber unbedingt darauf achten, dass die Einrichtung oder Nachrüstung auch sach- und fachgerecht ausgeführt werde. Zur Information gebe es auf der Website der Polizei eine Liste mit speziell geschulten Handwerkern, sogenannten „Sicherheitspartnern“. Weniger geeignet seien Smarthome-
Lösungen, da diese nicht mit der notwendigen Sabotagesicherheit ausgestattet seien.

Präventiv wirke aber auch eine gute Beleuchtung innen wie außen, beispielsweise nah an der Fassade über Bewegungsmelder gesteuert. „Und, meine Damen, räumen Sie nicht immer alles fein säuberlich auf, wenn sie das Haus verlassen oder in den Urlaub fahren. Das ist immer auch ein weiteres Indiz, dass niemand im Haus ist“, so Rothlübbers.
Ergänzend sei es für den Fall der Fälle zu empfehlen, ein Wertgegenstandsverzeichnis mit Fotos zu erstellen, was auch eine Abwicklung des Schadens mit der Versicherung vereinfache. Mit der Kernaussage „Vorbeugen schafft Sicherheit“ schloss Rothlübbers seinen Vortrag unter dem Applaus der Teilnehmer.

v.l.: Sylvia Deckert (Mitgliederbeauftragte), Dieter Rothlübbers (Polizeioberkommissar), Heinz Feismann (Vorstandsmitglied)

Heinz Feismann bedankte sich für den kurzweiligen und hochinformativen Vortrag und zog als Fazit, „dass dieser sicher zum Nachdenken anregt, insbesondere wenn man sich in Sicherheit wiegt, weil bisher noch nicht eingebrochen wurde“. Abschließend lud Feismann die Teilnehmer zu gemütlichem Beisammensein mit Kaffee und Kuchen ein, wobei der Vortrag auch hier das Hauptgesprächsthema unter den Gästen blieb.