Zukunft der Landwirtschaft in der globalisierten Welt

2. Tag der Landwirtschaft in Emsbüren

Emsbüren. Schlagzeilen über „Massentierhaltung“ und „Grundwasserverschmutzung“ tauchen
immer wieder auf und schädigen das Image der Landwirte in der Öffentlichkeit. Welchen Herausforderungen und Veränderungen müssen sich die Landwirte in der weiter voranschreitenden Globalisierung und Informationsgesellschaft noch stellen?

Zum 2. Tag der Landwirtschaft hatten die Volksbank Lingen eG, die Volksbank Süd-Emsland eG und die VR AgrarBeratung AG eingeladen. Heinz Feismann, Vorstandsmitglied der Volksbank Süd-Emsland eG begrüßte die 150 Gäste im Landgasthof Evering in Emsbüren. „Neben den Erwartungen an die Agrarpolitik einer zukünftigen Bundesregierung und der Bewältigung der täglichen Herausforderungen in der Landwirtschaft ist es wichtig, den Blick auch in die Zukunft zu richten“, so Heinz Feismann.

v.l.: Jürgen Hölscher, Vorstandsmitglied der Volksbank Lingen eG, Klaus Alfs, Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. F. J. Radermacher, Heinz Feismann, Vorstandsmitglied der Volksbank Süd-Emsland eG, Johann Kalverkamp, Vorstand der VR ArgrarBeratung AG

Johann Kalverkamp, Vorstand der VR AgrarBeratung AG führte durch den 2. Tag der Landwirtschaft und begrüßte zum Thema „Die Welt im Jahr 2050“ den ersten Referenten. Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. F. J. Radermacher ist Professor für „Datenbanken und Künstliche Intelligenz“ an der Universität Ulm, gleichzeitig Vorstand des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW/n) Ulm, Präsident des Senats der Wirtschaft e.V. in Bonn, Vizepräsident des Ökosozialen Forums Europa, Wien sowie Mitglied des Club of Rome.

Radermacher fesselte die Gäste mit seinem anschaulichen und humorvollen Vortrag und stellte zunächst die Frage: „Wie wird es mit der Zukunft weiter gehen?“ Die Technische Intelligenz gewinne immer mehr an Bedeutung, so Radermacher. Dies bedeute, dass hohe formale analytische Softwaresysteme in einigen Berufen Einzug halten werde und die menschliche Arbeitskraft ersetzen und zu großen Veränderungen im Land führen werde. Des Weiteren zeigte Radermacher den Zusammenhang zum Klimawandel bei einer weltweit stark wachsenden Bevölkerung auf. Bei einer weiter wachsenden Weltbevölkerung komme der Landwirtschaft eine große Bedeutung zu, um durch nachhaltig erzeugte Produkte die Ernährung der Bevölkerung sicher zu stellen, hierbei aber auch eine globale Vernetzung zu betreiben. Ferner sieht er Trends dass weltweit in den reichen Ländern große Teile der Bevölkerung nicht am Wohlstandswachstum beteiligt werden, mit entsprechend gravierenden Auswirkungen.


Zum Thema „Landwirtschaft in der Imagekrise – Ursachen, Wirkung, Gegenmaßnahmen“ referierte Klaus Alfs. Alfs ist ausgebildeter Landwirt, Diplom-Soziologe, Mitarbeiter am Europäischen Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaft, freier Autor u. a. für die Zeitschrift Agrarmanager und Blogger rund um das Thema Landwirtschaft. In seinem Vortrag ging er im wesentlichen auf das Zustandekommen des schlechten Images in der Landwirtschaft ein, was seiner Meinung nach nicht mit der Landwirtschaft als solches zu tun habe, sondern mit der medialen Dauerkritik, der die Landwirte ausgesetzt seien. „Sie können ihr Image nicht durch Pressearbeit, Tag des offenen Hofes oder Hochglanzbroschüren verbessern“, so Alfs. Er riet den Landwirten, die sozialen Medien gemeinsam und damit intensiver für Richtigstellungen und zur Imageverbesserung einzusetzen, um ein realistisches Bild von der Landwirtschaft aufzuzeigen.

Im Rahmen einer abschließenden Fragerunde wurde deutlich, dass sich unsere hiesigen Landwirte durchaus ihrer Verantwortung bewusst sind und eine hohe Bereitschaft vorhanden ist, sich – nötigenfalls auch gemeinsam – aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu stellen.

Insgesamt regte der 2. Tag der Landwirtschaft zum Nachdenken an und sorgt sicher für weiteren Gesprächsstoff bei den teilnehmenden Landwirten.